Aktuelles / Presse

Von Svenja Gajek
Birgit Nieskens, Nadja Fischer, Birgit Peters und Susanne Korsch (von links) stellen die
Dr. Birgit Nieskens, Nadja Fischer, Birgit Peters und Susanne Korsch (von links) stellen die "Aktion Noteingang" des Paritätischen in Kooperation mit CeBus vor. Quelle: David Borghoff
 
Celle

Bereits zu Beginn dieses Jahres haben der Paritätische und CeBus GmbH & Co. KG den Kooperationsvertrag zur "Aktion Noteingang" unterzeichnet. Damit erhalten Menschen in Notsituationen nun auch Schutz und Beratung in den Bussen der CeBus.

"Wir werden Unterstützung leisten, wenn jemand Schutz bei uns sucht"

Anhand eines Aufklebers kennzeichnen Organisationen und Betriebe, dass ihre Mitarbeiter diskriminierende Äußerungen und Verhaltensweisen nicht hinnehmen und potenzielle Opfer schützen möchten. Um die Aufmerksamkeit auf dieses Projekt zu erhöhen, hat die CeBus zudem zwei Fahrzeuge zur Heckbeklebung zur Verfügung gestellt. "Wir werden Unterstützung leisten, wenn jemand Angst hat und eingeschüchtert Schutz bei uns sucht", so Cebus-Geschäftsführer Stefan Koschick. "Wir zeigen Mitgefühl und Verständnis und vermitteln ein Gefühl für Sicherheit. Wir begleiten Hilfesuchende ein Stück weit in ihrer Not, kümmern uns auch um ärztliche Hilfe oder rufen die Polizei, wenn es erforderlich ist."

 
Solch einen Aufkleber findet man an vielen Geschäften und Restaurants in Celle. Jetzt auch auf Bussen der CeBus.
Solch einen Aufkleber findet man an vielen Geschäften und Restaurants in Celle. Jetzt auch auf Bussen der CeBus. Quelle: David Borghoff

Busfahrer seien für diese Aufgaben bestens geeignet, denn die Fahrgäste kennen sie und vertrauen ihnen. "Wir alle sind aufgerufen, Zivilcourage zu zeigen, um Diskriminierung, Rassismus und Gewalt entgegen zu wirken", heißt es in einem Rundschreiben an die CeBus-Mitarbeiter. Im Rahmen des Projekts des Paritätischen sollen die Mitarbeiter bei CeBus für diese Aufgaben zusätzlich gestärkt werden.

Aktion wird aus Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" gefördert

Das Konzept für die "Aktion Noteingang" wurde 2018 vom Bildungsmanagement der Zuwanderungsagentur der Stadt Celle sowie der Arbeiterwohlfahrt entwickelt und wird seitdem aus Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" gefördert. Seit 2019 setzt der Paritätische als verantwortlicher Träger neue Akzente und führt die Aktion mit dem gerade an den Start gegangenen Folgeprojekt "Extremismus im Unternehmen – vorbeugen, erkennen, handeln" fort.

Organisationen und Privatleute können sich beteiligen

Bisher nehmen Geschäfte und Restaurants an der Aktion teil. Mit besagtem Aufkleber machen sie kenntlich, dass sie im Falle von diskriminierenden oder rassistischen Bedrohungssituationen Zuflucht und Schutz gewähren. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, ist der Leitspruch "Angst? Bedrohung? Angriff? Wir schützen dich!" in sieben Sprachen aufgedruckt. Zudem können Privatleute mit einem Armband oder einem Button zeigen, dass sie bei solchen Ereignissen ansprechbar sind. Mehr Informationen gibt es unter www.noteingang-celle.de. Alle Organisationen, die sich beteiligen möchten, wenden sich direkt an den Paritätischen unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


Deeskalation, Selbstbehauptung & Selbstverteidigung für Partner der „Aktion Noteingang“


Am 09.12.2019 veranstaltete der Paritätische Celle in Kooperation mit dem VfL Westercelle ein Deeskalations-, Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungstraining für die Partnereinrichtungen des Projektes „Aktion Noteingang“ im Mehrgenerationenhaus (selbst Partner der Aktion).

Wie zeige ich Zivilcourage in brenzligen Situationen ohne mich selbst zu gefährden? Woran erkenne ich, dass eine Situation eskalieren könnte? Wie nehme ich andere – aber auch meine eigenen Bedürfnisse in Bezug auf den Abstand zum Gesprächspartner oder meine Haltung - wahr? Wie kann ich dafür sorgen, dass mir niemand zu nah „auf die Pelle rückt“? Wie schütze und verteidige ich mich im Ernstfall? Wie ist das eigentlich rechtlich, wenn ich mich wehre? Und was sagt die Statistik- ist heute wirklich alles „viel schlimmer“? Was passiert bei Angst & Stress im Körper? Alle diese Punkte wurden von den beiden Selbstverteidigungstrainern Nadja Fischer (an diesem Abend in Doppelrolle als Projektleiterin des Paritätischen Celle & als Kursleiterin für den VfL Westercelle unterwegs) und Björn Rupnow (Polizeibeamter und Kursleiter für Selbstverteidigung) unterhaltsam und abwechslungsreich vermittelt.

Im Rahmen des Kurses konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Praxisbeispielen erfahren, wie sie frühzeitig Situationen erkennen, die für sie gefährlich werden können und wie sie in solchen Situationen verbal reagieren können um einen Angreifer abzuwehren. Aber- auch das ist gut zu wissen und nimmt die Angst - wie sie sich mit vollem Körpereinsatz wirksam selbst verteidigen können- unabhängig von Alter oder Fitnesslevel. Wichtig war dabei vor allem die Überwindung der Hemmung, Gegenwehr zu leisten und auch in brenzligen Momenten durch aktives Verhalten Grenzen zu setzen und die Kontrolle über die Situation zu behalten. 

Am Ende waren sich alle einig, dass es ein bereichernder Abend mit einer guten Mischung aus Theorie und Praxis  - verbunden mit jeder Menge Spaß -  war und alle Beteiligten von dem Angebot profitiert haben.

Aktion Noteingang: Geschäfte, Restaurants, Institutionen und Betriebe in Celle machen mit einem Aufkleber sichtbar, dass sie diskriminierende oder rassistische Äußerungen und Verhaltensweisen nicht dulden. Sie bieten Betroffenen einen „Noteingang“, einen Schutzraum und Hilfe an. Mithilfe der „Aktion Notengang“ soll vorbeugend und langfristig eine Atmosphäre in der Stadt geschaffen werden, die Zivilcourage fördert und Gewalt, Rassismus und Diskriminierung nicht duldet.

Die „Aktion Noteingang“ wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!". Das Bundesprogramm unterstützt seit 2015 zahlreiche Initiativen, Vereine und engagierte Bürgerinnen und Bürger. Die Projekte setzen auf verschiedenen Ebenen an. Zum Beispiel gibt es Initiativen zur Radikalisierungsprävention und Demokratieförderung mit kommunalen wie auch mit regionalen und überregionalen Schwerpunkten, die durch Fördergelder unterstützt werden. Das Ziel ist es, den Menschen, die in Deutschland leben, ein gleichberechtigtes Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen.
(Text & Foto: Nadja Fischer)

     

 


Celle gegen Rassismus und Diskriminierung!

v.l.n.r. Sabine Kellner, Leiterin des SovD-Beratungszentrums Celle, Nadja Fischer, Geschäftsführerin des Paritätischen Celle, Traute Gresch, 2. Kreisvorsitzende SoVD, Foto: Claudia Rohde

Das SoVD- Beratungszentrum in der Hannoverschen Straße wird erster „Noteingang“ unter der neuen Projektträgerschaft des Paritätischen Celle
Das SoVD- Beratungszentrum  in der Hannoverschen Straße ist der neueste Celler „Noteingang“ – damit wird seit dem 15.11. auch nach außen ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung gesetzt und für Zivilcourage geworben. Die Noteingänge bieten hilfesuchenden Menschen Schutz und Beratung im Notfall. Mit Handlungsempfehlungen ausgestattet hat Sabine Kellner, Leiterin des SoVD-Beratungszentrums Celle, den Aufkleber entgegengenommen, an dem teilnehmende Einrichtungen von Hilfesuchenden erkannt werden können.

Organisationen und Betriebe können mit diesem Aufkleber deutlich machen, dass ihre Mitarbeitenden diskriminierende Äußerungen und Verhaltensweisen nicht hinnehmen und potentielle Opfer schützen möchten. In speziellen Workshops werden die Mitarbeiter darin geschult, wie sie mit solchen Situationen umgehen den Betroffenen helfen können.
Sabine Kellner, Leiterin des SoVD- Beratungszentrums sagt: „Als Sozialverband helfen und unterstützen wir natürlich immer Menschen in verschiedenen Lebenssituationen und hätten das auch ohne den Aufkleber getan. Uns ist es aber wichtig, durch die Teilnahme an diesem Projekt auch nach außen deutlich zu machen, dass bei uns kein Raum für Rassismus und Benachteiligungen ist und wir uns mit unseren Mitarbeitern jeden Tag dafür einsetzen, diese zu vermeiden. Und: Zivilcourage zeigen und auch andere dazu zu ermutigen, dies zu tun, ist in dieser Zeit wichtiger denn je.“

Nadja Fischer, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Celle ergänzt: „Aus diesen Gründen haben wir auch gar nicht gezögert, dieses wichtige Projekt, das die AWO in Celle etabliert hat, zu übernehmen, als uns die Anfrage erreichte. Parität steht ja für die Gleichwertigkeit aller Menschen, und dafür machen wir uns stark. Gemeinsam mit unseren Mitgliedsorganisationen  - wie dem SoVD – setzen wir uns als Verband für Vielfalt und Toleranz und gegen Vorurteile und Diskriminierung jeder Art ein. Mit dem SoVD-Kreisverband Celle kommt nun ein weiterer „Noteingang“ in der Innenstadt hinzu und ich bin sicher, dass noch viele weitere folgen werden. Wir freuen uns darauf!“

Die Aktion Noteingang wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms " Demokratie leben". Das Bundesprogramm unterstützt seit 2015 zahlreiche Initiativen, Vereine und engagierte Bürgerinnen und Bürger. Die Projekte setzen auf verschiedenen Ebenen an. Zum Beispiel gibt es Initiativen zur Radikalisierungsprävention und Demokratieförderung mit kommunalen wie auch mit regionalen und überregionalen Schwerpunkten, die durch Fördergelder unterstützt werden. Das Ziel ist es, den Menschen, die in Deutschland leben, ein gleichberechtigtes Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen.