Aktion noteingang

Geschäfte, Restaurants, Institutionen und Betriebe in Celle machen mit einem Aufkleber sichtbar, dass sie diskriminierende oder rassistische Äußerungen und Verhaltensweisen nicht dulden. Sie bieten Betroffenen einen „Noteingang“, einen Schutzraum und Hilfe an. Mithilfe der „Aktion Notengang“ soll vorbeugend und langfristig eine Atmosphäre in der Stadt geschaffen werden, die Zivilcourage fördert und Gewalt, Rassismus und Diskriminierung nicht duldet.

Die „Aktion Noteingang“ wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

SIE SIND betroffen?

Es ist die Frage nach der vermeintlichen Herkunft. Es sind abwertende Blicke im Bus oder in einem Geschäft, rassistische Rufe wie „Deutschland den Deutschen!“ auf der Straße oder auch die Zurückweisung an der Diskotür. Es sind herabwürdigende Witze oder auch Aussagen wie: „Mit deiner dunklen Haut bekommst du bestimmt keinen Sonnenbrand“, die Menschen in ihrem Selbstwertgefühl stören können. Blicke, Gesten und Worte führen dazu, dass Sie sich als nicht akzeptiert erleben, sich in der Öffentlichkeit unwohl fühlen oder gar verängstigt sind? In manchen Fällen werden Sie auch bedroht oder tätlich angegriffen?

Mit der „Aktion Noteingang“ wird in Celle ein Zeichen für Zivilcourage gesetzt.
Wenn Sie im täglichen Leben Angst bekommen, sich bedroht oder ausgegrenzt fühlen, dann wenden Sie sich gerne an die Projektpartner der Aktion Noteingang, dort wird Ihnen geholfen.

WIR SIND DABEI

Wir sind dabei

 
Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V. (Projektträger)

 

 

 

 

Bahnhofstr. 11, 29221 Celle

 


Ambulante Krankenpflege Dismer

 

 

 

 

Wernerusstraße 13, 29227 Celle

 


Arbeiterwohlfahrt Celle

 

 

 

 

Heese 18, 29225 Celle

 


Barbershop

 

 

 

 

Stechbahn 11, 29221 Celle

 


CeBus

 

 

 

 

Nienburger Straße 50, 29225 Celle

 


EDEKA Müller

 

 

 

 

Klosterhof 34, 29336 Nienhagen

 


Fairkauf-Center gGmbH

 

 

 

 

Rundestraße 2, 29221 Celle

 

 

 

Marienwerder Allee, 29225 Celle

 


Hatti´s Restaurant

 

 

 

 

Zöllner Straße 22, 29221 Celle

 


IB West gGmbH

 

 

 

 

Altencellertorstraße 4, 29221 Celle

 


Jugendwerkstatt Celle - Café Amboss

 

 

 

 

Heese 48, 29225 Celle

 


MehrGenerationenHaus Celle

 

 

 

 

Fritzenwiese 47, 29221 Celle

 


Paritätischer Wohlfahrtsverband Nds. e.V. - Kreisverband Celle

 

 

 

 

Lauensteinplatz 1a, 29225 Celle

 


SoVD - Kreisverband Celle

 

 

 

 

Hannoversche Straße 57A, 29221 Celle

 


Stadtteilbüro Mittendrin

 

 

 

 

Heese 22, 29225 Celle

 


Stadtwerke Celle - Kundencenter

 

 

 

 

Prinzengasse 1, 29221 Celle

 


Stadtwerke Celle - Celler Badeland

 

 

 

 

77er Straße 2, 29221 Celle

 


Stiftung Linerhaus - Tagesgruppe Alte Schmiede

 

 

 

 

Heese 48, 29225 Celle

 

Wie werde ich Partner*in?

 

„Noteingänge“ können Geschäfte, Restaurants, Unternehmen und Institutionen werden, um

  • Schutzräume für Menschen zu schaffen, die Angst haben oder sich bedroht fühlen,
  • Sensibilität und Bewusstsein für Menschen zu schaffen, die von Rassismus oder Diskriminierung betroffen sind oder bedroht werden,
  • das eigene Denken und Handeln zu reflektieren und ein Zeichen für Zivilcourage zu setzen,
  • vorbeugend und langfristig eine Atmosphäre in der Stadt zu gestalten, die Gewalt, Rassismus und Diskriminierung nicht duldet.

 

Ihre Mitarbeiter*innen werden zu Themen wie Deeskalation und Selbstschutz geschult, ein Handlungsleitfaden zu Reaktionen in konkreten Situationen schafft Sicherheit.

Zur Kooperation und zum Austausch der „Noteingänge“ untereinander wird es jährliche Treffen geben, kompetente Ansprechpersonen stehen zur Verfügung (siehe Kontaktdaten). Es entstehen keine finanziellen Verpflichtungen.

 

Voraussetzungen für Geschäfte, Restaurants, Unternehmen und Institutionen

  • Offenheit für andere Menschen und deren Probleme
  • Kommunikationsbereitschaft & Interesse am Austausch, z.B. bei Jahrestreffen
  • Verpflichtung, keine Schutzsuchenden wegzuschicken und sie auch bei kleineren Vorfällen ernst zu nehmen
  • Verpflichtung, alle Mitarbeitenden, insbesondere neue, über die „Aktion Noteingang“ zu informieren
  • Handlungsempfehlung bereithalten
  • Vereinbarung abschließen (kann aufgehoben werden)

Die Aktion ist für Sie kostenfrei. Sie möchten bei der „Aktion Noteingang“ mitmachen?
Gerne, wir suchen noch Organisationen, die sich beteiligen. Bitte wenden Sie sich an Nadja Fischer (Albert-Schweitzer-Familienwerk, nadja.fischer@familienwerk.de) 

 

Ihre Vorteile

Ihre Zivilcourage wird durch das Tragen unseres Armbandes oder Buttons für alle sichtbar.

Aktuelles / Presse

Ausblick 2022

Im Jahr 2022 lautet der Projekttitel „Kulturenvielfalt- Kennen und kennen lernen“. Das Noteingang- Netzwerk soll erweitert werden und weiterhin die Möglichkeit zum Austausch der Akteure untereinander gegeben sein. Zusätzlich wird der Fokus auf dem Thema „Kulturenvielfalt“ liegen und ein Kennenlernen der Menschen und deren kulturellen Hintergründen stattfinden. Im Spätsommer wird hierzu eine große Veranstaltung geplant.

Aufgrund der aktuellen Situation, die ja etwas mehr Planungssicherheit als 2021 zulässt, sind wir zuversichtlich, dass wir zeitnah das Datum der Veranstaltung bekannt geben können. Sobald genauere Informationen über Zeit/Ort/Referenten und Format (Online oder Präsenz) vorliegen, werden wir die Informationsn auf dieser Homepage veröffentlichen und die Kooperationspartner gesondert informieren.

Rückblick 2021

Rückblick 2021:

2021 lautete der Projekttitel „Extremismus hat viele Gesichter: Vorbeugen, Erkennen, Handeln“. Und trotz der weiter schwierigen Coronalage war es erfreulicherweise möglich, 3 tolle Veranstaltungen durchzuführen.

„Rechten Parolen begegnen“

Im Rahmen des Projekts testeten die TeilnehmerInnen des Workshops unter der Moderation des Referenten Maik Bischoff (Antikriegshaus Sievershausen) – auch anhand ihrer eigenen Beispiele und Erfahrungen – wie sie zukünftig mit Angriffen dieser Art umgehen wollen. Ob an der Bushaltestelle, in der Kneipe, auf dem Schulhof, im Unternehmen oder auf der Familienfeier, jeder kennt Sprüche wie „die nehmen und die Arbeitsplätze weg“, „die haben doch alle ein Messer“, „wir werden überrannt vom Islam“. Oft möchte man einschreiten, weiß aber nicht, wie man das tun kann. Natürlich möchte niemand einen Streit oder eine Eskalation provozieren. Der Austausch über eigene Erfahrungen und Unsicherheiten sowie das Handwerkszeug für zukünftige Situationen und das Erlernen von Techniken und Strategien, um schlagfertig zu kontern, standen im Mittelpunkt des Argumentationstrainings im ersten Workshop.

Hate Speech“

(deutsch: Hassrede) mit dem Schwerpunkt „Soziale Netzwerke“– das war am 23.09. dann Thema des zweiten Workshops. Überraschend für die Teilnehmenden war, wie alleine durch technische Algorithmen eine Beeinflussung stattfindet kann. Nadja Fischer (stellvertretende Einrichtungsleiterin des Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V.) und Teilnehmerin: „Ich habe mich schon etwas erschreckt, wie die sozialen Medien funktionieren. Habe ich mich einmal für einen Artikel aus einer bestimmten Richtung interessiert, werde ich immer wieder Artikel vorgeschlagen bekommen, die die gleiche „Gesinnung“ haben und die inhaltlich in die gleiche Richtung gehen. Ich werde also – auch durch sogenannte Fake News – immer wieder in meiner Vermutung bestätigt und bin nicht mehr offen für die sachlich richtige Information- schließlich habe ich ja schon 300 Mal das Gegenteil gelesen, dann muss es ja stimmen.“

Prävention, Selbstbehauptung & Selbstverteidigung“

Wie zeige ich Zivilcourage in brenzligen Situationen ohne mich selbst zu gefährden? Woran erkenne ich, dass eine Situation eskalieren könnte? Wie nehme ich andere – aber auch meine eigenen Bedürfnisse in Bezug auf den Abstand zum Gesprächspartner oder meine Haltung – wahr? Wie kann ich dafür sorgen, dass mir niemand zu nah „auf die Pelle rückt“? Wie schütze und verteidige ich mich im Ernstfall? Wie ist das eigentlich rechtlich, wenn ich mich wehre? Und was sagt die Statistik – ist heute wirklich alles „viel schlimmer“? Im Laufe des Abends  – ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle auch an die Paul-Klee- Schule, die die Räume kostenfrei zur Verfügung stellte – mit dem Thema „Prävention, Selbstbehauptung & Selbstverteidigung“ konnten die TeilnehmerInnen in Praxisbeispielen erfahren, wie sie frühzeitig Situationen erkennen, die für sie gefährlich werden können und wie sie in solchen Situationen verbal reagieren können um einen Angreifer abzuwehren. Aber auch – und das ist gut zu wissen und nimmt die Angst – wie sie sich mit vollem Körpereinsatz wirksam selbst verteidigen können, unabhängig von Alter oder Fitnesslevel. Wichtig war dabei vor allem die Überwindung der Hemmung, Gegenwehr zu leisten und auch in brenzligen Momenten durch aktives Verhalten Grenzen zu setzen und die Kontrolle über die Situation zu behalten.

Projektträger- wechsel / Neu und doch bekannt!

Aufgrund des Wechsels der Ansprechpartnerin für das Projekt zu einer paritätischen Mitgliedsorganisation, dem Albert-Schweitzer-Familienwerk, hat auch der Projektträger für dieses Projekt gewechselt. Sie erreichen Nadja Fischer ab sofort unter nadja.fischer@familienwerk.de. Der Paritätische Celle wird sich aber weiterhin als engagierter Kooperations-partner einbringen.

Die Planungen für unser diesjähriges Projekt „Extremismus hat viele Gesichter“ laufen auf Hochtouren- aufgrund der aktuellen Situation werden die angedachten Veranstaltungen eher in den Spätsommermonaten geplant, in der Hoffnung, dann vielleicht etwas mit persönlichem Kontakt stattfinden lassen zu können. Wir werden Sie an dieser Stelle auf jeden Fall auf dem Laufenden halten!

Sollten Sie aber jetzt schon Interesse haben, mit Ihrer Organisation an der Aktion teilzunehmen, können Sie jederzeit einsteigen! Wir kommen auch aktuell – unter Einhaltung aller Abstands- und Hygieneregeln – zu Ihnen, besprechen die Handlungsanweisung und die Selbstverpflichtungserkklärung und überreichen den bekannten Aufkleber, der Ihre Instutution als „Noteingang“ kennzeichnet.

Wir freuen uns auf Sie!

Kontakt -
Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V.
Nadja Fischer

Bahnhofstraße 11

29221 Celle

+49 (0)5141 – 709 713 4 

+49 (0)5141 – 279 107 9

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